RATGEBER

Kann man Leitungswasser bedenkenlos trinken?

Wasser aus dem Hahn
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Immer wieder gibt es Mythen, dass man Leitungswasser frisch aus dem Hahn nicht trinken könne. Doch was steckt dahinter? Ist da wirklich etwas Wahres dran? 

Leitungswasser ist die beste Alternative zum Mineralwasser. Es ist circa 100-mal günstiger und zudem immer schon zu Hause vorhanden – und das zu jeder Zeit. Man muss dafür also nicht mal einkaufen gehen. Doch ist es denn auch wirklich so gesund wie gutes Mineralwasser?

Wie gesund ist es wirklich?

Erst einmal vorweg: Leitungswasser kann man trinken und ist ein guter Mineralwasserersatz, ABER: Man sollte den Hahn erst einmal so lange laufen lassen, bis kaltes Wasser fließt. Das kann bis zu ca. 30 Sekunden dauern. Denn das abgestandene Wasser in der Leitung kann Keime enthalten. Daher wird von der Verbraucherzentrale geraten, das ersten Liter Leitungswasser für andere Dinge zu verwenden. So zum Beispiel für das Gießen von Blumen, Spülen oder Putzen. Das Wasser was nach einer halben Minute kommt, ist frisch und kann bedenkenlos getrunken werden.

Zudem sollte man darauf achten, dass Leitungswasser nur in privaten Haushalten garantiert aufbereitet ist. Bei öffentlichen Wasserhähnen sieht das anders aus. Das sollte man nicht unbedingt als Durstlöscher verwenden. Es wird auch abgeraten, Wasser aus Bleileitungen zu trinken. Das Schwermetall könnte sich mit dem Wasser vermischen und sich im Körper anlagern. Das wäre nicht wirklich gesund.

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Leitungswasser für die Umweltbilanz?

Mineralwasser verbrauchen viel Verpackungsmaterial in Form von Plastik- oder Glasflaschen. Zudem haben sie meist lange Transportwege. ,,Allein im Jahr 2016 sind rund eine Milliarde Liter Mineralwasser nach Deutschland importiert worden. Diese Flaschen benötigen in der Regel überdurchschnittlich lange Transportwege. Daher ist die Klimabelastung durch Mineralwasser in Deutschland im Durchschnitt 600-mal höher als bei Leitungswasser”, so die Verbraucherzentrale. Dadurch entstehen knapp über 100.000 Tonnen CO2 allein in Berlin. Würde jeder Bewohner nur noch Leitungswasser trinken, würde man die Zahl auf 175 Tonnen reduzieren können.